Oolong-Tee

Die Historikerin Catherine Ponzel berichtet in dem von Heyne sehr liebevoll gestaltetem Buch (Das Buch vom Tee):

"Möchten Sie englischen oder chinesischen Tee?" fragt der asiatische Kellner den europäischen Gast in vielen fernöstlichen Hotels zum Frühstück. Sollte sich der Gast zur Freude des Kellners, für chinesischen Tee entscheiden, wird er vielleicht den schelmischen Blick des Kellners bemerken, weil dieser aus Erfahrung weiß, dass der europäische Gast wahrscheinlich von dem bestellten Tee überrascht sein wird.

Es wird ihm ein halbfermentierter Tee serviert, ein Oolong mit ganzen Blättern von heller Farbe mit einem erfrischend blumigen Geschmack.

Unter dem Begriff Oolong (übersetzt: "Schwarzer Drache") werden verschiedene Teevariationen zusammengefasst. Die Einen sind Tees, die eine nur 10 - 20 %ige Fermentation durchgemacht haben, diese werden meist vor Ort getrunken und nur selten exportiert. Ihr blassgelber Aufguss hat einen sehr "fernöstlichen" Geschmack, wie unser Jade Oolong ("Formosa Dong Ding Oolong"). Die zweite Kategorie bilden Oolong-Tees mit einer sechzigprozentigen Fermentation (unser "Formosa Feiner Oolong" oder direkt vom Kilimandscharo der "Tansania Usambara Oolong"), diese ergeben einen goldfarbenen Aufguss mit einem "westlicheren" Geschmack.

Es ist spannend beide Oolong Geschmacksvarianten einmal direkt zu vergleichen und wird Sie vielleicht genauso überraschen wie den europäischen Gast im fernöstlichen Hotel.

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